Es ist doch wirklich erstaunlich, wie unsere Politiker und die anderer Länder, bei derart dringenden und wichtigen Themen derzeit aufblühen! Man könnte fast meinen, dass sie es verstanden haben. Aber auch nur fast. Dieser Beitrag könnte problemlos auch „Politiker vs. Dringlichkeit“ oder „Politiker vs. Relevanz“ heißen.
An der heimischen Front hier in Deutschland wurde gerade ein Artikel auf Spiegel.de, meiner bevorzugten Nachrichtenseite, veröffentlicht, den ich nur empfehlen kann, möchte man sich ein wenig mehr in diesem Kontext aufregen.
Aber das mit der deutschen Sprache war ja sowieso schon immer so ein Thema, mit dem gerade die deutschen Politiker bizarrerweise nicht umzugehen wissen. Und auch wenn ich durchaus ein Freund der Worte bin, finde ich, dass es manchmal zu wichtig genommen wird. Sicher ist Sprachkultur ein Thema, aber sagt man nicht umsonst auch so schön „alles zu seiner Zeit“? Und wie war das damals mit den Rechtschreibreformen, dessen Nutzen und Sinn bis heute niemand unterhalb eines Proffessorengrades in Literaturwissenschaft erkannt hat?
Nun, ein wenig beruhigen tut mich da ja dann doch, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich einmal mehr ob politischem Unvermögen weltweit blamieren. Ein weiteres aktuelles Beispiel, das sich anbietet, ist China. China an sich ist für mich schon ein heikles Thema. Grundlegend kann ich wenig mit asiatischen Kulturen anfangen, aber das fällt ja noch unter „jedem das Seine“. Wo es dann mit dem Verständnis aufhört, ist die chinesische Menschenrechtspolitik, der Kontrollstaat und etliche andere Tatsachen, die im „Land des Lächelns“ an der Tagesordnung sind. Fast mutet dieser Kosename schon bizarr an, ob dieser Gegenüberstellung.
Jedoch hat man auch in China ernste und wichtige Themen neben der Wirtschaftskrise, die dort erst gerade hereinbricht. So musste ich neulich, nach all den erst vor Kurzem öffentlich gewordenen – und gerade noch öffentlich werdenden -, bizarren Fakten und Vorgängen hinter den Kulissen zu den Olympischen Spielen, einmal mehr tief durchatmen, um mir nicht lautstark vor die Stirn zu schlagen. So hat es sich die chinesische Regierung nun vorgenommen, sogenannte „Goldfarmer“ zu besteuern (Quelle: Golem.de)!
„Goldfarmer“ sind Leute, die den ganzen Tag mit Online-Spielen im Internet verbringen, dort virtuelles Geld und Gegenstände sammeln, und dann für reales Geld wieder verkaufen. In der Regel ist das von den Betreibern der Spiele natürlich verboten. Aber was anderswo selbstverständlich ist und bekämpft wird, daraus macht China gleich eine ganze Industrie. Die dann noch offiziell zu besteuern, obwohl dort eigentlich mit illegalen Machenschaften Kapital geschlagen wird, schlägt dem Fass wirklich den Boden aus.
Gut, dass die Politik in aller Herren Länder so sehr um unser Wohlbefinden bemüht ist!