Gerade in der letzten Zeit und in Bezug auf die weltweite Wirtschaftskrise und Rezession kam das Thema ja wieder vermehrt auf. Und das noch in eher weniger schmeichelhaftem Ton. Die Amerikaner haben es vorgemacht, wie ein politisches Finanzpaket zur Rettung der Wirtschaft auszusehen hat, und planen auch munter weiter. Als die EU, und damit auch wir, aufgefordert wurden, uns daran zu beteiligen, haben wir abgelehnt und die Amerikaner – gerade die ach so bösen Amerikaner! – ihrem Schicksal überlassen. Da ahnte noch niemand so genau, was daraus werden würden. Doch selbst die Regierung Busch, sonst eher durch Peinlichkeiten von sich reden machend, wusste es schon besser. Oder ahnte zumindest, dass das Thema noch lange nicht vom Tisch ist.
Mittlerweile hat es uns also voll erwischt und zieht munter weiter nach Asien, wob bereits ob der Unfähigkeit der Amerikaner und Europäer, das Ganze zu stoppen, eifrig gezittert wird – zurecht. Aber wir sind nicht Amerika und auch nicht Asien. Was also ist mit uns? Wo ist unsere tolle erste Bundeskanzlerin? Angela Merkel steht in der Ecke, angefeindet – natürlich nicht offiziell! – durch mittlerweile sogar ihre EU-Kollegen, wie das Treffen Sarkozy-Brown-Barroso gerade zeigt. Natürlich will man Deutschland nicht ausschließen … „aber mal ganz ehrlich“, scheint da zwischen den Zeilen zu stehen, „was will man mit jemandem wie Angela Merkel, die bei einer mittlerweile mehr als ernsten Situation abwartet und sich eher wie ein zickiges Schulmädchen benimmt?“ Genau, außen vor lassen.
Zwar stellen sich sogar Opposition, und vor allem natürlich CDU/CSU, hinter Angela Merkel – noch. Aber was bleibt ihnen auch anderes übrig, wollen sie nicht vollständig das Gesicht verlieren? Ich denke da wehmütig an unseren Altkanzler Schröder zurück, der, wie jeder andere Mensch, weiß Gott nicht perfekt war, aber so etwas wäre mit ihm nie passiert. Da kann man nur hoffen, dass potenzielle Kandidaten wie Frank-Walter Steinmeier und die Müntefering-SPD nicht nur nun tönen, wo es darum geht, die Opposition zu diffamieren. Und hoffen wir weiter, dass sie aus der Vergangenheit gelernt haben, waren sie doch beide schon zu Schröders Zeiten aktiv.
Scheint, als wenn Angela Merkels Politik hinterher nach dem benannt wird, was mittlerweile überall spöttisch zu ihrem Markenzeichnen gemacht wird: eine „Politik der herunterhängenden Mundwinkel“. Blickt man zurück, merkt man auch schnell, wenn man erst einmal darüber nachdenkt, dass das nicht jetzt erst so ist. Angela Merkel und ihr Schattenkabinett … das scheint es zu treffen. So ist das Fazit aus diesem Beitrag natürlich auch nicht, dass eine Frau als Kanzlerin nichts taugt. Es ist lediglich eine Meinung – meine – zu einer Person des öffentlichen Lebens, die sie sich verdient hat.