In diesem Fall dreht es sich um meinen Abschied aus dem Spiel „World of Warcraft“. Einige werden dies nun belächeln, andere mit wissender Mine bedenken. Recht habt ihr aber alle nicht – zumal ich nur unregelmässig spiele und auch relativ kurz dabei war. Auch ist dieses Spiel an sich nichts Besonderes für mich unter all den vorherigen Spielen, Büchern und Filmen, mehr ein aktuelles Beispiel. Zudem ist dieser Beitrag weder dem Theme Online(spiele) gewidmet noch so oberflächlich, wie man zuerst meinen mag.
Aber trotzdem ist es ein wenig wie aus einem schönen Traum zu erwachen oder erinnert entfernt daran, einen geliebten Menschen zu verlieren. Natürlich nicht annähernd so bedeutend oder so schmerzvoll, das wäre maßlos übertrieben. Aber wann immer ich in eine andere Welt flüchte, vor der garstigen, realen Welt, so reise ich hauptsächlich in Gedanken, in meinem Kopf. Erzähle mir selbst eine passende Geschichte. Und das nicht nur beim Lesen sondern auch bei Filmen und Spielen. Ein völliges Abtauchen oder Eintauchen.
Schwierigkeiten hat das für mich und mein Leben nie bedeutet, jeder tut so etwas. Und jeder Selbstbetrug und jede Flucht sieht ein wenig anderes aus. Die einen tun es gedanklich, die anderen mit Alkohol oder Drogen und wieder andere mit noch gar drastischeren Methoden. Alle haben aber dasselbe Ziel: Sie wünschen sich an einen anderen Ort, in eine andere Zeit und in andere Gesellschaft.
Ich erinnere mich an die immer mal wieder stattfindenden Träume, in denen ich mit meiner ehemaligen großen Liebe noch zusammen bin. Und das grausame Erwachen danach … wenn man die Augen öffnet, alleine im Bett liegt und sein Leben verflucht, weil es nicht das Leben ist, dass man sich insgeheim wünscht. Weil man sich Vorwürfe macht oder selbst bedauert, dass man nicht in der Lage war, es zu erhalten oder es zu erreichen, zu verhindern, dass es sich änderte oder wieder glücklich zu sein, wie man es einmal war.
Sogar ich war, rückblickend betrachtet, mal so etwas wie „glücklich“, was für mich schon eine relativ bizarre Aussage sein mag, kennt man mich näher. Aber ich habe verstanden, dass der Lauf der Welt nun einmal so ist und sich das Schicksal, welches einem zugedacht ist, auch selten von Trauer oder dem Wunsch nach Änderung alleine beeinflussen lässt.Man muss schon darum kämpfen und etwas tun, erwartet man auch etwas dafür im Gegenzug. Wüsste ich doch nur, was es zu tun gilt, ich würde sofort damit beginnen …
So bleibt jedes Mal nur ein leichter Stich, ein leichtes nostalgisches Aufbegehren, wann immer man doch zurückdenkt, obwohl man sich Mühe gibt, es nicht zu tun, wie ich es bevorzuge.
Manche Dinge vergisst man schneller als andere.
Manche Menschen vergisst man niemals.