Rückblickend sehe ich die vergangenen fünf Jahre vielleicht nicht wirklich als „verloren“ – Stagnation ist jedem Zwilling, wie ich einer bin, zuwider. Sie lassen sich wohl eher irgendwo zwischen „Stand-by“ und „im Kreis drehen“ einreihen. Und wie immer trifft auch einmal mehr zu, dass „man es hinterher immer besser weiß – was einem vorher nur nichts nutzt“. Das klingt nun vielleicht oberflächlich, aber ich bin nicht verrückt genug, private Details in einen öffentlichen Blog zu schreiben. Die wichtigen Personen wissen, was sie wissen müssen – der Rest kann bei Interesse fragen.
Definitiv kann ich jedoch sagen, dass ich vermutlich mehr Anteil daran hatte, mich selbst in eben diesen Teufelskreis zu manövrieren, als ich es mir eigentlich eingestehen wollte – und das ist schon so ehrlich, wie es nur werden kann! Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass es so viel zu verarbeiten gab an „Altlasten“ und ich mir nicht vorstellen kann, dass die Zeit, der „große Wunderheiler“, sich da in irgendeiner Weise „beschleunigen“ lässt. Dennoch ist das, was man unter seinem „Leben“ versteht eine Sache, die sich nur im Kopf des Betreffenden abspielt – und nirgendwo sonst. Das verstehe ich nun. Dabei würde man nun davon ausgehen, dass ein Kopfmensch, wie ich mich einen schimpfe, gerade in geistigen Disziplinen leicht obsiegt. Nun sagen wir es so: wenn man fest genug davon überzeugt ist … übersieht man ganz schnell, dass das eben nicht so ist! Letztendlich stehen wir am Ende wohl alle gleich da, egal, wer oder wie oder was wir sind. Wie heißt es doch so schön: „sterben tut jeder allein.“ Wohl wahr.
Und wer nun seit dem Anreißer dieses Beitrags auf die indirekt angesprochene „Bettgeschichte“ – vermutlich mit falschen Erwartungen – hofft, hier ist sie: Es gab bis vor Kurzem viele Dinge und/oder Personen, aus eben dieser Zeit, die mich einfach nicht loslassen wollten. Und wie das im Leben so ist, sind es meist die negativen Erfahrungen, die sich Ihren Weg aus dem Friedhof der Vergangenheit freischaufeln, um uns mit eben jenem Dreck unsere Gegenwart und Zukunft wortwörtlich „zuzuschaufeln“ – geistig zumindest. Aber, mit der neuen Erkenntnis, dass das alles nur in meinem Kopf ist und ich dort nun mal Chef bin, ergab sich etwas recht Seltsames: Mein Unterbewusstsein hat sich diesem Problem und seinen mannigfaltigen Aspekten mittels einer leeren, weißen Tischplatte angenommen! Was nun eher psychologisch bedenklich anhört – was mir tatsächlich einmal jemand vorgeworfen hat … und was damit beweist, dass nicht nur ich geistig manchmal danebenhaue – ist, nachdem ich es nun im Nachinnnein recherchiert habe, das zufällige Entdecken meinerseits der sogenannten „Autosuggestion“. Nein, das ist nicht nun nicht von einem klugen Kopf einer unserer krisengeschüttelten, heimischen Automobilfabrikanten, um sich neue Geschäftsfelder zu erschließen, es handelt sich um eine Glaubensfrage. Wer mich nun näher kennt und ob des Wortes „Glaube“ in Verwendung durch mich eine Braue sprichwörtlich „gen Himmel“ schickt, hier kurz und knapp, was Wikipedia dazu sagt (Stand: 2009, erster Absatz):
„Autosuggestion ist der Prozess, durch den eine Person ihr Unterbewusstsein trainiert, an etwas zu glauben. Dies wird erreicht durch Selbsthypnose oder wiederholte Selbst-Affirmationen und kann als eine Form von selbst-induzierter „Gehirnwäsche“ angesehen werden. Die Wirksamkeit der autosuggestiven Gedankenformeln kann durch mentale Visualisierungen des erwünschten Ziels erhöht werden. Der Erfolg der Autosuggestion wird umso wahrscheinlicher, je konsistenter und länger (bzw. öfter) sie angewendet wird.“
Also, nix mit Theologie – soweit ist es dann doch noch nicht, dass ich anfangen würde zu beten! Aber auch mein Verstand hat sich da eher verselbstständigt dem Problem mittels des gerade beschriebenen Prozesses angenommen, denn irgendwelche Mantras vor mich hinmurmelnd bin ich meines Wissens nicht durch die Botanik gestapft. Es war in letzter Instanz die schlichte Vorstellung eben jener blanken, weißen, reinen, leeren Fläche, die mein Verstand sich zur Hilfe nahm und von der er sich überzeugen lies, Gewesenes auch endlich gut sein zu lassen. Wenn man selbst solche Erfahrungen und Erinnerungen hat – und ich gehe davon aus, dass jeder irgendeine schlechte Erinnerung zur Hand hat und meist sogar eher mehr als ihm lieb sind – kennt man auch die psychosomatischen Symptome: erhöhter Blutdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche, Hitzewallungen. Wenn eben jene aber ausbleiben oder abebben beim schlichten Gedanken an die autosuggestive Assoziation, dann kann man der Logik nach davon ausgehen, nicht mehr nur Symptome zu mildern sondern endlich die Ursache zu fassen bekommen zu haben.
Für mich persönlich alles in allem ein guter Abschluss einer Phase meines Lebens, die in den letzten Monaten mehr und mehr an Vorwehen von positiven Aspekten zutage förderte und mich von vielen, vielleicht sogar allen, meiner Altlasten loslöste. Interessant daran ist auch, dass man weiss, wann es wirklich vorbei ist, sobald es eintritt, und nicht doch nur wieder eine falsche Hoffnung. Nun kann ich endgültig wieder neue Dinge beginnen, von denen einige eher undenkbar waren bisher.
Ich will versuchen, mich nun wieder mehr den Menschen um mich herum, Zwischenmenschlichem generell und dem gesellschaftlichen Leben zu widmen. So sehr ich auch gern auf Letzterem herumhacke, so wenig kann ich mich mein Leben lang gänzlich davor drücken.
Aber wie war das noch? „Hinterher weiss man es immer …“